Kulturstreit endlich beenden
WITTLICH. Die Würdigung des Schaffens von Georg
Meistermann hat sich als eine der Säulen der
Wittlicher Kulturarbeit etabliert. Spuren von
Meistermann finden sich an vielen Stellen im
Stadtbild. Der Stadtrat hat sich zu dieser
Kulturarbeit im Verlaufe der Jahre mehrfach bekannt,
immer mit großer Mehrheit. Hieran ändert auch die
derzeit stattfindende, sehr emotional geführte
Debatte nichts.
Der
Vorschlag des Bürgermeisters, auf den Namen
„Georg-Meistermann-Museum“ zu verzichten, war
richtig. Wenn ihm nun von interessierter Seite
vorgeworfen wird, er wolle nur einem drohenden
Rechtsstreits mit den Erben des Künstlers aus dem
Wege gehen und Ruhe einkehren lassen, dann kann die
Antwort nur lauten: ja, so ist es. Die SPD-Fraktion
ist dem Vorschlag des Bürgermeisters gefolgt, weil
er den meisten Wittlicherinnen und Wittlichern aus
der Seele spricht, die den jahrelang schwelenden
Kulturstreit in der Stadt einfach leid sind.
Die
Werke von Hanns Scherl und seine Anerkennung in
Wittlich und in der Region verdienen eine Würdigung
zu seinem 100. Geburtstag. Dazu gehört auch eine
Auseinandersetzung mit seinem Lebenslauf, aber mit
Respekt vor der Person. Aus der aufgeklärten
Gesellschaft der Gegenwart heraus zu bewerten,
verlangt Vorsicht im Urteil über Menschen, die auch
schlimme Zeiten erleben mussten.
Der
zur Zeit stattfindende Kulturstreit über die Medien
bestätigt die Haltung der SPD-Fraktion, dass eine
gezielte Einflussnahme der Politik auf das
Kulturgeschehen unterbleiben sollte. Der Rat sollte
sich darauf beschränken, den Rahmen zu setzen.
Bereits zum Beschluss des sogenannten
Kulturleitbildes der Stadt Wittlich am 11.9.2008 hat
die SPD ihre Ablehnung u.a. damit begründet, dass
der vorgelegte Entwurf inhaltlich zu unbestimmt sei
und eine Erstellung in Zusammenarbeit mit den
kulturellen Vereinen und Institutionen der Stadt
erfolgen sollte. Es ist an der Zeit diese
nachzuholen und damit die Grundlage für eine
unaufgeregte Kulturarbeit auf breiter Basis in
Wittlich zu schaffen.
Den Redebeitrag der
SPD-Fraktion können Sie
hier
einsehen.